„Hät mer e Soapfe brucht oder Schmieröl oder au en Reiniger, isch mer is Merze-Lädele i de Obere Stroß gange, ’s Eckhus zum Schattegässle“.
Stadtbekannt ist es heute (Anm. im Jahr 2000) noch, das Geschäft von Gottfried Merz, der heute das 85. Wiegenfest feiert.
„Ich hett nit denkt, dass der scho so alt isch“, sagte vor einigen Tagen ein Villinger, denn Gottfried Merz, für viele Villinger de Seife-Merz, ist (in 2000) noch immer noch aktiv und erklärte seine Gesundheit auch im hohen Alter: „Nie aufgeben, immer geistig und körperlich arbeiten, denn wer rastet, der rostet.“
Vielleicht waren es auch seine Jugendzeit, die ihn abgehärtet hat, und die Erlebnisse im Dritten Reich, sinniert der Jubilar.
Geboren wurde er 1915 in der Oberen Straße 24. (Später k)ein Zufall, dass im selben Haus auf demselben Stockwerk Jahre später seine spätere Frau Hannelore, geborene Rauscher zur Welt kam.
Die Kinderzeit erlebte Gottfried Merz „i de Altstadt drin ums Stürzle“.
Auch aus seiner Schulzeit weiß das Geburtstagskind noch viel zu erzählen, und er lacht, wenn er an Lehrer Wachter denkt, der immer mal wieder einem Schüler ein paar „Zehnerle i d’Hand druckt hät“. Der Schüler musste dann in den nahen „Gambrinus“ laufen und für den Herrn Lehrer ein Bier holen.
Gottfried Merz besuchte das Gymnasium, das damals hohe Schulgeld zwang ihn ….
hier endet leider der Ausriss aus dem Jahre 2000.
Und was die KI draus machte…
De Seife-Merz und das diskrete Gässle
Wer heute durch die Obere Straße geht, ahnt kaum, welche kleinen Geschichten sich früher in den Seitengässle abgespielt haben. Eine davon führt an die Ecke zur Hafnergasse – zu einem Mann, den in Villingen fast jeder nur unter seinem Spitznamen kannte:
de „Seife-Merz“.
Hinter dem Namen verbarg sich Gottfried Merz, ein Drogist alter Schule. Sein Laden lag gut sichtbar an der Ecke, wie es sich gehörte: Seifen, Rasierwasser, Bürsten, all die Dinge des täglichen Bedarfs, die man damals noch im Fachgeschäft kaufte. Nichts Besonderes – und doch blieb er vielen in Erinnerung.
Denn das eigentlich Bemerkenswerte hing nicht im Schaufenster zur Oberen Straße.
Wer ein paar Schritte in die Hafnergasse machte, ins etwas ruhigere, schmalere Gässle, entdeckte – eher zufällig – einen kleinen, unscheinbaren Raum. Kein Laden, kein Schaufenster im eigentlichen Sinn. Einfach ein Raum, der nachts beleuchtet war und sonst keinen erkennbaren Zweck hatte. Und genau dort befand sich der Automat mit Kondomen.
Für Villingen war das damals neu. Kein offenes Anbieten, kein Verkauf über den Ladentisch – sondern diskret, beinahe versteckt. Wer ihn brauchte, wusste, wo er hinging. Und wer ihn nicht suchte, lief daran vorbei, ohne Notiz zu nehmen.
Diese Mischung aus Zurückhaltung und praktischem Sinn war typisch für die Zeit. Man sprach nicht darüber – aber man nutzte es.
So wurde aus dem Drogisten Gottfried Merz im Volksmund der „Seife-Merz“: ein Mann, der nicht nur Seife verkaufte, sondern auch ein Gespür dafür hatte, was gebraucht wurde – und wie man es anbietet, ohne Aufsehen zu erregen.
Heute ist der Laden verschwunden, der Raum vielleicht umgebaut, die Erinnerung verblasst. Geblieben ist nur die Geschichte von einem kleinen Gässle, einem beleuchteten Raum – und einem Stück Alltagsleben, das man damals lieber im Stillen regelte.