Forsthaus Villingen wird 125 Jahre alt

Erstes Dienstgebäude für Jakob Neukirch – Historischer Irrtum zum Erbauungsjahr?

Februar 1898 – dem bisherigen Forst-Praktikanten und Forsterei-Verweser Jakob Neukirch wird statt seiner bisherigen  „Waldmeisterstelle“ das Amt des Oberförsters der Stadt Villingen übertragen. Damit folgte er gerade mal fünf Wochen auf den Tod des einst und bis heute populären Oberförsters Hubert Ganter, der mit 47 Jahren im besten Mannesalter verstarb.

Der dies während vieler Monate vor 1990 aus den Ratsprotokollen jener Zeit herauslas, war Ulrich Rodenwaldt, (1907 bis 1992) einer der städtischen Oberförster der Neuzeit vor den ihm folgenden Amtsinhabern Eberhard Härle und aktuell Tobias Kühn.

Förster Jakob Neukirch, dem wenig später dessen Aufnahme als städtischer Gemeindebürger genehmigt wurde, äugte in jenen Tagen wohl auch darauf, dass es für eine ordentlich zu führende Forstverwaltung auch ein Dienstgebäude bräuchte, das was hermacht.

Und so kam es schon im selben Jahr seines Dienstantritts 1898 zum Protokollvermerk:

„Sei der nachstehende Platz an der Waldstraße als Bauplatz  für das zu erstellende Forsthaus bestimmt und Architekt Karl Nägele als Bauleiter aufzustellen und solle die Bau-Commission mit diesem das Weitere veranlassen.“

Damit sollte wenig später die „städtische Bezirksforsterei“ auch zum „Städtischen Forstamt“ werden.

Längst nun residiert das Forstamt der Stadt Villingen-Schwenningen „in einem ehrwürdigen Gebäude inmitten eines parkartigen Geländes.“, liest man im VS-Ämterportal.
Doch stellt sich zugleich die Frage, warum dort zu lesen ist, dass eben dieses Forstamt im Jahr 1878 für den damaligen Amtsleiter  Oberförster Hubert Ganter von Karl Nägele erbaut worden sei?

Auch wenn die Dynastie der Architekten  Nägele jener Zeit mit Opa Karl begann, gefolgt von  Sohn Berthold, dem Enkel Paul Nägele und  dem Urenkel Berthold, gilt als weitere historische Jahreszahl , dass bereits 1900 die Gartenanlage beim Städtischen Forstamt genehmigt wird.
Hierzu gehörte bis zur erbauten Einzäunung zunächst „eine Absperrung mit Stangen, um das Gelände vor der Schuljugend am Eisweiher zu schützen.“

Und weil es in den Dienststuben des Försters Neukirch in jenen Tagen und in den Anfangsjahren so wie überall in der Stadt nur tagsüber hell blieb, wurde 1905 die Einrichtung  von elektrischem Licht auf städtische Kosten genehmigt, wofür der Oberförster die Beleuchtungs-Gegenstände selbst beschaffen solle.

Jakob Neukirch blieb 30 Jahre in Diensten der Stadt und wurde 1925 kurz vor seinem Tod in die Besoldung „Oberforstmeister“ eingereiht.

Neukirchs Nachfolger waren Oberforstrat Erwin Gayer, der bis 1951 wirkte und mit knapp 100 Jahren 1979 verstarb. Ihm folgten Ulrich Rodenwaldt, Eberhard Härle und Tobias Kühn (seit Juli 2005).

 

Die Neukirch-Hütte

liegt mitten im Villinger Stadtwald, am Knotenpunkt vom Winterhaldenweg von Pfaffenweiler her und dem Heilmannweg, der zum Hohlen Bildstöckle führt.

Die Hütte wurde 1926 erbaut, für deren Bau man erklärte, diese im Gedenken an Ober-Forstmeister Jakob Neukirch zu errichten, der 30 Jahre lang das Städtische Forstamt geleitet hatte.

Von der Hütte aus hatte man einst herrliche Aussicht auf die Schwäbischn Alb, vom Lemberg über den Dreifaltigkeitsberg, den  Hohenlupfen bis zu den Hügeln bei Geisingen.

Initiiert wurde der Hüttenbau durch Neukirchs Nachfolger Oberforstrat Erwin Gaier , unterstütz von  der Stadtgemeinde Villingen, dem Schwarzwaldverein-Hauptausschuss und den Firmen  Junghans und SABA, dem Sägewerk Beha, der Majolikafabrik Huber-Röthe sowie der Sparkasse und der Villinger Bank. (wob.)

 

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar