Fasnet-Promis im Johanneskeller

Einst bei Riet-Bürgermeister Johannes I.

Historische Postkarte nach einem Bild von Karl Friedrich Kaiser – herausgegeben 1960 von Johannes dem I.

Es gibt sie noch immer, die ideellen und reizvollen und bunten „Sächele“, die einst die Villinger Fasnet bestimmten und die bis heute immer mal wieder aus Fotoalben oder Schuhkartons in die nostalgische Erinnerung einfangen.

 Grad so wie eine auffällige Fasnet-Postkarte, die auf besondere Weise die Großen Drei der Villinger Fasnet zeigt: den Narro, den leicht karikierten Kater Miau und den einstigen Glonki-Knelli mit seiner Blechtrommel.

Hierzu spielen nun die „Uhren-Grießhabers“ als gebürtige „Rietvögel“ eine Rolle. Jährlich aufs Neue bewegt durch die Fasnet im Riet und den ehemaligen „Johanneskeller“, wo auch Freund Karl Friedrich Kaiser verkehrte, der für die Zunft und die Katzenmusik deren Zeitungsköpfe schuf und  die Riet-Vogel-Fahne gestaltete.

Der erste Wagen der Rietvögel 1958 e.V.

Das benannte Dreier-Motiv hatte sich der ehemalige Kunstmaler Kaiser zu einer Zeit ausgedacht, als er die bunte Fasnet ab den 1930er Jahren für alle Villinger Fasnet-Vereine mit speziellem Können auf Papier und Leinwand gestaltet und gezaubert hat.

Selbstbildnis des Karl  Kaiser

So eben auch ein Fasnet-Schmuck-Bild für den ehemaligen „Johannes-Keller“ in der Rietgasse, den der stets großzügige Johannes Grießhaber (1910- 1994), Uhrmacher und Schmuckhändler (kein Musiker ohne einen Schnaps) einst um 1960 eingerichtet hatte.

Ein Treffpunkt  für viele Fasnet-Narren  und für Grießhabers Freunde, als er in jenen Tagen zum Riet-Bürgermeister Johannes I.  für drei, vier Jahre von den „Rietvögel“-Bürgern und Mitgliedern erwählt wurde.

Johannes der I.

Johann Grießhaber, im Riet geboren, begann nach der Volksschule 1926 seine Lehre als Uhrmacher, weil dieses Handwerk in einer wahren „Uhren-Region“ eine gesicherte Zukunft versprach und weil sein körperliches Handicap durch Kinderlähmung ihn zu einer möglichst sitzenden Tätigkeit zwang.

Seine Prüfung machte er an der „Königlich Württembergischen Uhrmacherschule“ in Schwenningen, worauf einige Gesellenjahre folgten, während denen Johann Grießhaber bei verschiedenen Uhrenherstellern und auch bei „Kaiser Uhren“ in Villingen Erfahrungen sammelte.

Früh legte er mit 23 Jahren die Meister-Prüfung ab und machte sich zunächst mit einer Werkstatt im Elternhaus im Riet selbständig und mit späterem Ladengeschäft in der Rietstraße, wo zuvor  das „Villinger Schokoladenhaus“ seine Waren feilbot.

Johannes Grießhaber mit Tochter Margot

 

Tochter Roswitha Maida erinnert zur wieder entdeckten Motiv-Postkarte, herausgegeben von Johannes I., auch an jene Fasnet-Turbulenz, als Vater Johann im blau-roten Anzug mit Zylinder sich in einer kleinen Kutsche von Ponys ziehen ließ. Bis zu jenem Augenblick, als die Pferdchen durchgingen und den Beobachtern der Schreck in die Glieder fuhr. Doch alles lief glimpflich ab.

Grießhabers Nachfolger im Amt des Rietbürgermeisters wurde übrigens de „Stumpe-Schriener“ Hupfer.

Johann Grießhaber übergab 1979 nach 46 erfolgreichen Jahren sein Geschäft an Tochter Margot Kleyling und an drei seiner Enkel, die den Fortbestand mit inzwischen vier Geschäften sichern.

Zeitungskopf der Riet-Narren von Karl Kaiser 1963.

 

 

 

 

 

 

 

 

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