Zwischen Kirnacher Bahnhof und Kurgarten
Wenn sich dem Opa und dem Enkel in den Sommermonaten – mal abgesehen von allzu großer Hitze – die Frage stellt, „warum ist der Kurgarten-Teich so ganz ohne Zulauf, dass jeder Karpfen ersticken muss“ und „warum fließen die Kanäle zwischen Dolds Wasserwerk, Rindenmühle und dem Burger-Kanal am Minigolf so unterschiedlich?“, dann fehlt dem Laien die Antwort, doch nicht der Fachwelt vom „Amt für Umwelt, Wasser- und Bodenschutz“. Mit Geduld kam schließlich die Antwort.
„Wir mussten die Aufgaben während der Urlaubszeiten etwas priorisieren und dieses Jahr hat uns die Trockenheit in unserer Arbeit stark ausgelastet. Viele Dinge mussten geregelt werden und es sind zahlreiche weitere Anfragen bei uns eingegangen“.
Und so gilt: In Zeiten des Wassermangels bekommt die Wasseraufteilung für die verschiedenen Nutzungen eine besondere Brisanz. Die entstehenden Konflikte können nie zufriedenstellend gelöst werden.
In dem genannten Bereich muss das Brigachwasser zwischen dem Mutterbett, den Wasserkraft-Kanälen und den Stillgewässern aufgeteilt werden.
Gewässer-ökologischen Vorrang hat dabei stets das Mutterbett. Gleichzeitig müssen auch die anderen Gewässer mit einer notwendigen Minimalmenge versorgt werden.
Leider sind häufig die bestehenden wasserrechtlichen Erlaubnisse für die Wasserkraftanlagen noch nicht an die Herausforderungen durch die Klimaerwärmung angepasst.
Die Erlaubnisse wurden oftmals vor über hundert Jahren erteilt und können nur mit hohem Verwaltungsaufwand an die neuen Gegebenheiten angepasst werden.
So haben die Stillgewässer dieses Jahr ganz besonders unter der Hitze und der Trockenheit gelitten. An vielen Orten mussten Fische geborgen werden – teilweise kam es zu einem Fischsterben.
Eine rechtliche Verpflichtung zum Bergen der Fische oder zum Ergreifen von Gegenmaßnahmen gibt es nicht.
Im Falle einer Fischbergung bestand dieses Jahr auch das große Problem, dass geeignete Gewässer zum Umsetzen nicht vorhanden waren – hohe Wassertemperaturen, Sauerstoffmangel und hohe Nährstoffgehalte waren deshalb ein flächendeckendes Problem.
Von Amts wegen weiter: Zuständig für die Gewässerunterhaltung in Villingen-Schwenningen ist die Stadt. Dort kann man weiterhin Beobachtungen melden – gerne an die Stadt Villingen-Schwenningen und an das Landratsamt Schwarzwald-Baar-Kreis, Amt für Umwelt, Wasser- und Bodenschutz: Denn Wasser bewegt uns wie Boden nutzen, Boden schützen!